Kegelgruppe
Nahezu jeden Donnerstag Nachmittag fährt
eine Gruppe von Patienten unserer Klinik zum Kegeln bzw. Bowling.
Begleitet wird diese Gruppe von einer unserer ehrenamtlichen Helferinnen.
Heute sind es 8 Leute, die sich eingefunden haben. Der Kreis
der Kegelfreunde
ändert sich ständig. Zum einen wechseln die Patienten im
Krankenhaus, zum anderen fühlt sich manch einer mal nicht
so wohl. Zwischen 6 und 16 Teilnehmern waren schon mit dabei.
Mit der Straßenbahn geht es zur Kegelbahn. Eine
Stunde Zeit ist nun, und die Bahnen werden verteilt: eine für
drei Kegelfreunde und 2 für Bowler. Nicht alle aus der Gruppe
kennen einander. Schließlich kommen sie von verschiedenen
Stationen und sind auch verschieden lange dabei. Doch das macht
nichts. Im Beobachten der Technik der anderen, im Zittern um Punkte,
im Kommentieren der Spielweise entsteht schnell eine Gemeinschaft.
Konzentriert wird hier vorgegangen bei denjenigen, die schon mehrfach
dabei waren und so einen gewissen Ehrgeiz entwickelt haben. Bei
anderen steht der Spaß im Vordergrund. Hauptsache dabei sein.
Man spürt förmlich, wie sie hier alle entspannen. „Hier
kann man wenigstens mal wieder lachen“, fasst einer der Patienten
die Gelöstheit in Worte. Abschalten können vom Klinikalltag,
das tut ihnen gut.
Als es Zeit zum Gehen ist, kommt ein wenig
Wehmut auf. Für manche Teilnehmer ist es das letzte Mal. Sie
gehen wieder nach Hause. Eigentlich eine schöne Perspektive:
geheilt, entlassen. Und doch bleibt ein Rest Ungewissheit, wie es
sein wird, wieder in den Alltag hineinzufinden. Unsere ehrenamtliche
Helferin macht ihnen Mut. Sie versteht ihre Leute, das bestätigen
diese sofort. Sie mögen sie.
Durch ihr Engagement gelingt es der Helferin, die Patienten
anzusprechen und ihnen im Klinikleben Ablenkung zum einen und Gemeinschaft
zum anderen zu schaffen. Außer Behandlung und Therapie im
klassischen Sinne ist so auch Raum und Gelegenheit zu Miteinander
und gemeinsamer freier Zeit.
|